ab 2. Dezember: Der Oespel-Kleyer-Dorf-Adventskalender

Oespel-Kleyer Dorfkalender 2013 - Gedicht von Roger Trost

Wißt ihr noch, wie es geschehen?
An vielen Abenden konntet Ihr es sehen.
Sie kamen immer im Dunkeln,
mit eigenen, schönen, aber leeren Tassen.
Heut’ geschieht’s zum 23. Mal –
23 ist auch heute die entscheidende Zahl.

Der Oespel-Kleyer Dorfkalender -
zwischen Glühwein, Keksen und Notenständer,
mit Liedern, Geschichten und Gedichten,
die jeden Abend waren zu verrichten,
ließ so viele Menschen zusammen kommen,
wie niemals man es hätte angenommen.
Von Groß und Klein und Jung und Alt
hörte man, wie es durch die Lüfte schallt.
Lieder von Weihnachten und Advent
und dem Rentier, das um die Tanne rennt.
Geschichten und Gedichte, mal traurig, mal fröhlich,
da wurd’s einem um’s Herz schon so manches mal selig.

Ab und zu brachten die Posaunen zum Klingen
das gemeinschaftlich-adventliche Singen.
Der kleinste Trompeter von Oespel-Kley
war ab und zu auch dabei -
mit einer Disziplin, die ihresgleichen sucht,
mein Liam wird ab jetzt immer mitgebucht.

Der heiligen Barbara durften wir lauschen
und so Erinnerungen an alte Bergbauzeiten tauschen.
Wir wissen jetzt alles über vorweihnachtliches Adrenalin,
und Baum‘s Feuerzangenbowle bekommt jetzt wirklich jeder hin.
Der Nikolaus aus Holland kam zu den Leuten.
Doch nachdem sich zunächst alle freuten,
gab‘s einen Niederländisch-Crashkurs für alle Mann,
um ihn angemessen zu besingen, den Sinta Claas, alsdann.
Selbst Blitz und Donner konnten uns nicht aufhalten,
weil dann unsere Stimmen aus Garagen hallten.

An einem Abend sollten sich entpuppen,
beim Blick zum Himmel der Sterne Schnuppen.
Mit Lichtern gekrönt, ganz weiß und fein,
kam einmal auch Lucia zum Fest des Lichts herein.
Mauern wurden zu Theken umfunktioniert,
um Glühwein zu servieren, bevor man erfiert.
Von allen Liedern war diesmal dabei
das beliebteste das von der „Weihnachtsbäckerei“.

Aber nie war die Frage, ob etwas falsch oder richtig -
am Ende ist nur eines wichtig:
Die Gemeinschaft von Fenster zu Fenster war
ganz allein sooo wunderbar.
Zu blicken in besinnlich- fröhliche Gesichter
und dazu die phantasievollen Fenster und Lichter –
Das macht diese Abende unvergessen.

Wer nicht dabei war und woanders gesessen,
hat vielleicht etwas verpasst,
was nicht geprägt war von Eile und Hast,
sondern von Besinnung, Ruhe und Herzlichkeit,
denn nur so machen wir dem Herrn den Weg bereit.
Advent heißt, sich auf den Weg machen – hin zur Heiligen Nacht –
Das haben wir, jeder aus seine Weise, in diesem Jahr gemacht,
und damit das Weihnachtsgefühl neu entfacht:
„Gottes Sohn, o wie lacht!“

Doch nun soll der Worte genügend sein:
Zum Dorfkalender 2014 lade ich Euch alle wieder ein,
dann soll auch unser Fenster wieder geöffnet sein
für Groß und Klein und Jung und Alt,
und vielleicht auch für den, der von „drauß‘ kommt – vom Wald“!
Vielleicht können wir ja den einen oder anderen gewinnen,
bei dem wir im nächsten Jahr lachen, weinen oder uns besinnen.
Von den 55 Adventszeiten in meinem Leben
hat mir diese bisher am meisten gegeben.